#SoWollenWirSein

In den letzten Monaten kam es zu drastischen politischen Veränderungen in der Welt. Dabei denken wir zunächst an das Referendum in Großbritannien, das über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union entschieden hat – kurz und knackig: Brexit. Wie der ehemalige Premier Minister David Cameron selbst und unzählige Brit*innen, haben wir bis zu dem Morgen, an dem die Entscheidung bekannt gegeben wurde, nicht daran glauben können. Brexit kann als ein Symbol für eine erneute und verstärkte Abgrenzung von westlichen Nationalstaaten gelesen werden, die sich als einheitlich ‚weiß‘ imaginieren und diesen Status schützen wollen, wenn nötig mit Zäunen, Mauern und vermehrt militärischen Maßnahmen. Der Slogan von Brexit ist „take back control“, was tatsächlich bedeutet, dass eine unverantwortliche, ungewählte, rechte Gruppe von Menschen – Theresa May, Boris Johnson, Liam Fox und David Davis – nun die Kontrolle übernommen haben. Was jetzt noch nur alarmierende Worte sind, kann schon bald Stück für Stück umgesetzt werden.

Nicht nur Brexit hat uns fassungslos gelassen. Gerade erst haben die USA ihren neuen Präsidenten gewählt. Obwohl Donald Trump in weiten Teilen Deutschlands und auch in US-Amerikanischen Medien lange Zeit als lächerlicher Clown abgetan wurde, hat er es geschafft gewählt zu werden. Bei viele Menschen – uns eingeschlossen – löst die Vorstellung, dass ein derartig xenophobischer, rassistischer, homophober und sexistischer Mann nun eins der mächtigsten Ämter dieser Welt bekleiden wird, Sprachlosigkeit und Verblüffung aus.

Hier in Deutschland erwartet uns im September 2017 die nächste Bundestagswahl. Aktuelle Prognosen besagen, dass die Alternative für Deutschland (AfD) ca. 12% der Stimmen erhalten und damit sogar vor den Grünen liegen wird. Die erstaunliche Anziehungskraft der AfD basiert auf ähnlichen Gründen, für die der Brexit symbolisch steht: Abgrenzung, Homogenität und Militarisierung, um diese Ziele zu erreichen. So fordert die AfD zum Beispiel, die Wiedereinführung von Kontrollen an den deutschen Grenzen, die Auflösung der EU und die Wiedereinführung der Wehrpflicht.

Diese politischen Entwicklungen können nicht verleugnet werden. Aber es lohnt sich auch nicht in Panik auszubrechen. Viel interessanter erscheinen die Fragen: Wie wollen wir zusammen leben? Was für ein Deutschland wollen wir? Was für ein Europa? Und letztendlich was für eine Welt?

Lasst uns Ideen und Vorbilder sammeln unter #SoWollenWirSein.

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Wir haben schon mal angefangen zu überlegen wie wir sein wollen:

  • Wir wünschen uns Bewegungsfreiheit für alle Menschen, Grenzen sollen für Menschen aller Nationalitäten offen stehen.
  • Wir wünschen uns, dass alle Menschen beim Grenzüberschreiten oder von Behörden gleich und gerecht behandelt werden. Racial Profiling ist eine völlig unnötige Erfindung.
  • Wir möchten Diversität und Kosmopolitismus feiern. In unserer globalisierten Welt kann Social Justice nicht nur innerhalb einzelner Nationalstaaten verhandelt werden.
  • Wir wünschen uns, dass es allen Menschen ermöglicht wird gleichberechtigt in gesellschaftlichen Prozessen zu partizipieren.
  • Wir freuen uns, in anderen europäischen Ländern mit der gleichen Währung wie in Deutschland zahlen zu können und wünschen uns, dass es neben einer geteilten Währung eine größere Solidarität füreinander gibt.
  • Wir wünschen uns, dass Menschen, die ihren Glauben praktizieren, dies vorurteilsfrei tun dürfen. Zu Deutschland sollen verschiedene Religionen, sowie Religionsfreiheit gehören.
  • Wir wünschen uns, intensivere politische Bildung für alle Menschen, die eine ehrliche Beteiligung und öffentlichen Austausch ermöglicht, bzw. stärkt.
  • Wir wünschen uns, dass Menschen und ihre Politik immer selbstkritisch und nicht selbstgefällig sind und das Meinungen und Perspektiven gerne überdacht und möglicherweise verändert werden.
  • wir wünschen uns, dass allen voran die öffentlich-rechtlichen Medien, für die alle einen Beitrag zahlen, sich ihrer Verantwortung bewusst werden und auf die in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Fälle von Blackfacing und anderen rassistische Darstellungen in Zukunft verzichten.
  • Wir freuen uns, dass nach einer jahrhundertelangen erfolgreichen Durchführung von Männerquoten nun endlich immer mehr Frauenquoten durchgesetzt werden.
  • Wir freuen uns, wenn junge Menschen sich entscheiden, einen sozialen oder kulturellen Freiwilligendienst in Deutschland zu machen, lehnen aber den verpflichtenden Wehrdienst strikt ab.
  • Wir wünschen uns, dass Sicherheit durch gegenseitiges Wohlwollen, Interesse und Respekt wachsen kann. Waffen sind dafür nicht nötig.
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