100 Jahre nach dem Ende des deutschen Kolonialreichs: Erklärung des bundesweiten Netzwerks zur Dekolonisierung der Erinnerungskultur

Bundesnetzwerk fordert Anerkennung von Kolonialismus als Unrechtsherrschaft

decolonize bündnis

Am 25. November 2018 jährt sich das Ende des deutschen Kolonialreichs in Afrika, Ozeanien und Asien zum 100. Mal. Die brutale Durchsetzung deutscher Interessen während der 35-jährigen direkten Kolonialherrschaft kostete schätzungsweise einer Million Menschen – vor allem afrikanischer Herkunft – das Leben. Nicht nur Deutschlands Genozid an den Herero und Nama, sondern auch der Maji-Maji-Krieg und der Feldzug Lettow-Vorbecks im Ersten Weltkrieg in Ostafrika waren Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Doch die Kolonialzeit hat nicht nur die ehemaligen Kolonien nachhaltig verändert. Zwar sind Kolonialismus und antikolonialer Widerstand aus dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Mehrheitsgesellschaft verdrängt worden. Trotzdem ist auch diese Gesellschaft von 600 Jahren europäischem Kolonialismus entscheidend geprägt. Davon zeugt der anhaltende strukturelle und institutionelle Rassismus. Das spiegelt sich in Hunderten von kolonialrassistischen Straßennamen und Denkmälern wider. Das belegt die Anwesenheit Tausender sterblicher Überreste, die für menschenverachtende Forschungen in deutsche Sammlungen verschleppt wurden. Daran erinnern zehntausende, im kolonialen Gewaltkontext angeeignete Kulturgüter in deutschen Museen.

Der koloniale Raubbau an Mensch und Natur setzt sich heute als andauernde globale Ungerechtigkeit, als ungleiche Verteilung von Reichtum, Ressourcen und politischem Einfluss fort.  Besonders betroffen von struktureller Benachteiligung sind Menschen in Afrika und in der afrikanischen Diaspora. Um darauf hinzuweisen und den Beitrag von Menschen in Afrika und in der afrikanischen Diaspora an der Aufarbeitung der daraus erwachsenden Herausforderungen zu würdigen, haben die Vereinten Nationen 2015 die International Decade for People of African Descent ausgerufen.

Aus diesen Gründen begrüßen wir, dass die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag 2018 die Kolonialzeit erstmals als eines der zentralen Themen der Erinnerungskultur in Deutschland benannt hat. Zugleich protestieren wir entschieden gegen ihre Auffassung, dass es dabei nur um die „deutsche Kolonialgeschichte“ gehen würde. Denn nicht nur ist Kolonialgeschichte eben keine nationale, sondern eine verwobene Geschichte Kolonisierender und Kolonisierter, welche nicht länger einseitig von Deutschland aus interpretiert werden darf. Es ist vor allem auch nicht hinnehmbar, dass der deutsche Kolonialismus – im Gegensatz zu der im Koalitionsvertrag eindeutig verurteilten NS-Terrorherrschaft und zum ebenfalls kritisch bewerteten SED-Regime – nicht explizit als Unrechtsherrschaft anerkannt wird.

Wir fordern die Bundesregierung, die Bundesländer und die Kommunen dazu auf:

  • den Kolonialismus entsprechend Art. 14 der Erklärung der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus von Durban 2001, welche die Bundesregierung unterzeichnet hat, als Unrecht zu benennen und unmissverständlich zu verurteilen.
  • jegliche Forschung an menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten, die nicht der Rückführung dieser Gebeine dient, sofort zu stoppen. Die Identifizierung und Rückgabe der für kolonialrassistische Forschungen missbrauchten human remains ist eine der dringlichsten geschichtspolitischen Aufgaben unserer Zeit und soll gemeinsam mit Expert*innen der Herkunftsgesellschaften erfolgen. Die betroffenen, ehemals kolonisierten Staaten und Gemeinschaften sind umgehend über den Verbleib ihrer verschleppten Vorfahr*innen und zu informieren, die in einer Online-Datenbank verzeichnet werden müssen.  Zur schnellstmöglichen Bewältigung dieser Aufgabe sollen kurzfristig ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wer 600 Millionen Euro für den Aufbau des Humboldt Forums im Berliner Schloss ausgibt, darf an dieser Stelle nicht von fehlenden Geldern sprechen.
  • dem Beispiel der Bundesländer Hamburg und Berlin zu folgen, welche die Nachfahr*innen der Opfer des deutschen Genozids (1904–08) an den Herero und Nama bereits um Entschuldigung gebeten haben. Es ist nicht hinnehmbar, dass eine Anerkennung des Genozids und eine offizielle Bitte um Entschuldigung durch den Bundestag und die Bundesregierung trotz jahrelanger deutsch-namibischer Regierungsverhandlungen noch immer nicht erfolgt ist. Nach der UN-Deklaration für die Rechte indigener Völker dürfen die selbst bestimmten Vertreter*innen der Herero und Nama nicht länger von diesen für sie entscheidenden Verhandlungen ausgeschlossen werden. Im Rahmen des von ihnen geforderten Trialogs soll auch über die Höhe der an die Herero- und Nama-Gemeinschaften zu zahlenden Entschädigungen für den von der deutschen Regierung im Rahmen des Genozids vollzogenen Land- und Viehraub verhandelt werden.
  • die offenbar über Jahrzehnte vernachlässigte Provenienzforschung zu Kulturobjekten aus kolonialen Kontexten in deutschen Museen und Sammlungen mit erheblich mehr finanziellen Mitteln auszustatten und voranzutreiben. Die Objektgeschichten, die Umstände der ungleichen Aneignung oder des Kulturgüterraubs müssen in enger Zusammenarbeit mit Expert*innen aus den betroffenen Gesellschaften erarbeitet sowie sukzessive und mehrsprachig in eine öffentlich zugängliche Online-Datenbank gestellt werden. Über den Verbleib der in kolonialen Gewaltkontexten angeeigneten Kulturschätze sollen die betroffenen Gesellschaften proaktiv informiert werden.
  • der geplanten Rückgabe von Objekten aus Hendrik Witboois Privatbesitz durch Baden-Württemberg zeitnah weitere Restitutionen von gewaltsam angeeigneten Kulturgütern folgen zu lassen. Den Vorschlag eines Verleihs erbeuteter Objekte an die Herkunftsgesellschaften, wie er für die einzigartigen Benin-Bronzen angedacht ist, lehnen wir als Zumutung für die Enteigneten ab. Vielmehr muss die Restitution aller Objekte aus kolonialen Kontexten, deren rechtmäßiger Erwerb nicht nachweisbar ist, angeboten werden. Die Voraussetzungen für eine Rückgabe solcher Kulturschätze aus der Zeit 1884–1918, in der Teile Afrikas, Ozeaniens und Asiens unter deutscher Herrschaft standen, sollen im Laufe der kommenden vier Jahre geschaffen werden.
  • umfassende Konzepte zur kritischen Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte und seinen Folgen sowie zur Dekolonisierung der Erinnerungskultur auf der Ebene des Bundes, der Länder und Kommunen zu erarbeiten. Diese Konzepte sollen unter maßgeblicher Beteiligung der Nachfahr*innen Kolonisierter und in enger Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen erstellt und umgesetzt werden.
  • am Platz der Berliner Afrika-Konferenz 1884/85 und in anderen Städten in Deutschland Mahnmale für die Opfer von Kolonialismus, Versklavung und Rassismus sowie Lern- und Gedenkstätten zu errichten. Bei der Konzeption solcher Erinnerungsorte sind die bundesweiten und regionalen Organisationen der Nachfahr*innen Kolonisierter von Beginn an maßgeblich einzubeziehen. Diese Erinnerungsorte sollen wie jene zur NS-Terrorherrschaft und zum SED-Regime in der Gedenkstättenkonzeption des Bundes Berücksichtigung finden. Bei der Errichtung und Ausstattung von Mahnmalen sowie Lern- und Gedenkstätten in Deutschlands ehemaligen Kolonien sollen die Nachfahr*innen der Kolonisierten finanziell unterstützt werden.
  • Straßen, die durch ihren Namen Kolonialakteur*innen und -verbrecher*innen ehren oder rassistische Fremdbezeichnungen fortschreiben, in Würdigung von Persönlichkeiten des antikolonialen Widerstands umzubenennen. Die Benennungsgeschichten der Straßen sollen in der Folge auf einer Informationstafel sichtbar gemacht werden. An Straßen, deren Namen durch Ortsbezeichnungen oder auf andere Weise einen Bezug zur Kolonialgeschichte herstellen, braucht es kritische Kommentierungstafeln.
  • den schulischen und universitären Geschichtsunterricht zu globalisieren und zu diversifizieren. Der kritischen Auseinandersetzung mit dem europäischen Kolonialismus und Rassismus sowie der Erinnerung und Würdigung des antikolonialen Widerstands muss ein zentraler Platz in den Lehrplänen von Schulen, Universitäten und Fortbildungseinrichtungen für Lehrkräfte eingeräumt werden. Die Zusammenarbeit von Bildungsinstitutionen mit externen Bildungsexpert*innen aus Initiativen zur Dekolonisierung und gegen Rassismus ist stärker zu fördern. Das neue Bundesprogramm „Jugend erinnert“ soll thematisch um die kritische Auseinandersetzung mit dem europäischen und deutschen Kolonialismus erweitert werden. Zudem soll eine namibisch-deutsche Schulbuchkommission einberufen werden.
  • die öffentlichen Museen zu dekolonisieren. In ihrer Repräsentation basieren die meisten europäischen Museen noch heute auf den eurozentrischen und nationalistischen Ideen des 19. Jahrhunderts, die zu einer rassistischen Konstruktion des außereuropäischen „Anderen“ geführt haben. In den Ausstellungsnarrativen wird die gewaltvolle Kolonialgeschichte zudem oft verharmlost oder verschwiegen. Die Nachkommen der Kolonisierten müssen als maßgebliche Expert*innen eingeladen werden, um in den Museumsteams eingebunden zu werden.

Die am Bundestreffen der Initiativen zur Dekolonisierung der Erinnerungskultur am 17./18. November 2018 in Berlin teilnehmenden Organisationen:

AfricAvenir International

AFROTAK TV cyberNomads

Arbeitskreis Hamburg Postkolonial

Arbeitskreis Koloniales Vergessen. Quo Vadis, Hamburg?

Arbeitskreis Panafrikanismus München

Arca – Afrikanisches Bildungszentrum e. V.

Augsburg postkolonial

Berlin Postkolonial

Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag – BER

Bielefeld Postkolonial

Cottbus postkolonial und postsozialistisch

Decolonize Hannover

decolonize Jena

Decolonise Academia; Tübingen

Düsseldorf postkolonial

Dresden Postkolonial

FuturAfrik – Forum für Globale Gerechtigkeit

Halle Postkolonial

Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD

kassel postkolonial

Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika – KASA

Leipzig Postkolonial

[muc] münchen postkolonial

Potsdam postcolonial

Schwarze Diaspora Hochschulgruppe Potsdam

Tanzania-Network.de

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Mister Achmed of Glienicke

As we read about the painting of Achmed hanging in Glienicke Palace in SchwarzRund’s novel Biskaya, we decided to go and see it. In July 2018, we then went on a Postcolonial Potsdam team excursion to the Palace.

Der Innenhof von Schloss Glienicke

The courtyard of Glienicke Palace

The Glienicke Palace is located in the South-West of Berlin, right by the city’s boundary to Potsdam. When we arrived, we learned that we could only enter the Palace with a tour guide and not on our own. All the better, we thought, because it is always interesting to learn about the institution’s own narrative of the historical events it presents. The Glienicke Palace belonged to Prince Carl of Prussia (1801-1883), a huge fan of Italy who wanted to recreate an impression of the Italian landscape and architecture right there. At the age of just 23, he bought the mansion and employed the architect Karl Friedrich Schinkel to transform it into a magnificent neoclassical castle. The landscape around Prince Carl’s estate was designed and arranged by Peter Joseph Lenné. Especially the gardens around the Castle suggest the idea of Italy. Our tour guide explained that it is hardly possible to reconstruct exactly how the rooms of the Castle were used or what they looked like during the lifetime of Prince Carl. Today, the museum mainly aims to present Neoclassicism or the so-called Schinkel era to its visitors.

At the beginning of our tour through the Castle, we told our guide that we work on Brandenburg-Prussian colonialism and that it was the painting of Achmed especially which brought us to Glienicke on that day. Our guide reacted in a puzzling way. Although she had first kindly asked about our interest in the Palace, our answer led her to conclude that she could only offer us a regular tour. When we arrived in the room with the painting of Achmed, she thoughtfully announced it to us. Thereon, however, without any critical comments from our part, she started to defend Achmed’s contemporaries as if our mentioning of colonialism would mean that we would be accusing all influential white men from the epoch of being evil; in other words, that we would be assuming that everybody, including passive bystanders of colonialism, would be nasty racists. Effectively, we are mainly interested in making invisible aspects of Brandenburg-Prussian pomp and circumstances visible. Part of the work consists of tracing and contextualizing the presence of Black people who lived and served at the Prussian courts. During the remainder of the tour, our guide appeared suspicious of any question we asked, even when those were entirely unrelated to colonialism. It felt as if she thought we were secretly hiding points of critique in our questions. Who knows, maybe we really were a confusing audience. Not the kind of visitors exclaiming: “Splendid, it really feels like little Italy here!”

Das blaue Zimmer in Schloss Glienicke

The blue room in Glienicke Palace

The full name of the painting of Achmed reads Der Mohr Achmed mit englischen Neufundländern am Tor des Kronprinzenpalais (The Moor Achmed with English Newfoundland Dogs at the Gate of the Crown Prince’s Palace). It was painted in 1823 by Constantin Schroeter. “Mohr” (in English sometimes translated as “moor” or “blackamoor”) was the then common German name for people of African descent. Because of the word’s derogatory character, we will not use it anymore in the following. Instead we will write M. The painting of Achmed hangs right under a painting of Prince Carl’s favorite horse Agathon – representations of several beings (animals and humans) who had been close to Carl’s heart staged together in the Palace’s blue room. Most likely an accidentally unfortunate composition by the museum curators. The inclusion of Achmed’s name in the title of Schroeter’s painting marks a moment in the 19th century, in which a handful of servants of African descent at the Prussian courts came out of their anonymity. They can at least be matched with a name (in contrast to the statues and busts in Park Sanssouci). The same Achmed was immortalized on several paintings. He can also be found in the New Palace as part of the painting Parade Unter den Linden in Berlin (1939) by court painter Franz Krüger.

achmed

Achmed and English Newfoundland Dogs in front of the Crown Prince’s Palace

During the guided tour, we were assured that Achmed earned money for his services and that he most likely enjoyed his life at court, because otherwise he would have been free to leave. However, ample sources convey a different picture. Joachim Zeller writes in the book Black Berlin that the social life situation of the Black population in and around Berlin during the 19th century was mostly precarious. They experienced exoticizing exclusion and racially motivated discrimination. Joachim Zeller even cites the Deutsche Kolonialzeitung (German Colonial Press) of 1884, which particularly mentions Achmed: “the M. Achmed of Prince Carl was stared at like a mythical creature”.

Achmed has not entirely lost his anonymity through the paintings. Not much more than his name or these two paintings can be found, the story of his life remains undocumented and obscure.  SchwarzRund uses this gap for her novel Biskaya. In her phantasy-Berlin, a direct descendant of Achmed frees the painting from the Glienicke Palace, so that Achmed the ancestor no longer has to endure the stares of the mostly white visitors.

Credits // Author: Anna von Rath, Photography: Anna von Rath

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Herr Achmed von Glienicke

Als wir in SchwarzRunds Roman Biskaya über das Gemälde von Achmed im Schloss Glienicke gelesen haben, beschlossen wir, es uns mal anzusehen. Im Juli 2018 machten wir also einen kleinen Postcolonial Potsdam-Team Ausflug zum Schloss Glienicke.

Der Innenhof von Schloss Glienicke

Der Innenhof von Schloss Glienicke

Das Schloss Glienicke liegt im Südwesten Berlins, nur ein paar Meter von der Potsdamer Stadtgrenze entfernt. Als wir ankamen erfuhren wir, dass man nur mit einer Führung das Schloss besichtigen kann – umso besser, da es ja immer spannend ist, wie Geschichte von institutioneller Seite erzählt wird. Das Schloss Glienicke gehörte dem Prinzen Carl von Preußen (1801 – 1883), der sich dort bereits im Alter von 23 Jahren ein „kleines Italien“ nachbauen ließ. Im Jahr 1825 erstand Carl das Gutshaus und ließ es von dem Architekten Karl Friedrich Schinkel in ein prachtvolles klassizistisches Schloss umwandeln. Die Grünanlagen wurden von Peter Joseph Lenné gestaltet und vor allem der Park um das Schloss herum soll an Italien erinnern. Uns wurde bei der Führung gesagt, dass gar nicht mehr genau rekonstruiert werden kann, wie alle Räume zu Zeiten des Prinzen Carl gestaltet und genutzt wurden. Heute soll das Museum hauptsächlich einen Eindruck des Klassizismus oder der Schinkelzeit vermitteln.

Als wir zu Beginn unserer Schlossführung erzählten, dass wir eine Gruppe sind, die sich mit brandenburg-preußischem Kolonialismus beschäftigt und besonders wegen des Gemäldes von Achmed zu Besuch in Glienicke seien, reagierte die Museumsführerin auf eine irritierende Art und Weise. Sie nahm zunächst freundlicherweise unser gezieltes Interesse auf, doch sagte auch, dass sie dann einfach eine reguläre Führung geben würde. Als wir endlich in den Raum mit dem Bild Achmeds kamen, kündigte sie dies netterweise extra an. Daraufhin begann sie allerdings Achmeds Zeitgenossen zu verteidigen, als ob die Erwähnung von Kolonialismus gleich bedeuten würde, dass wir allen weißen und einflussreichen Menschen dieser vergangenen Epoche Böses unterstellten, dass wir alle möglicherweise auch nur am Rande am Kolonialismus beteiligten Menschen sogleich als widerliche Rassist_innen verurteilten. Dabei geht es uns tatsächlich darum, die oft unsichtbar gemachten Aspekte der brandenburg-preußischen Geschichte wie die Anwesenheit von Schwarzen Menschen an Hofe zu kontextualisieren. Unsere Führerin schien auch während der restlichen Führung bei jeder Frage, dir wir stellten, die nichts mit Kolonialismus zu tun hatte, etwas argwöhnisch zu sein, als würden wir irgendwo noch eine Kritik verstecken. Wer weiß, vielleicht waren wir wirklich ein verwirrendes Publikum, weil wir keinmal gesagt haben „Ach, hier sieht es aber wirklich aus wie in Italien. Prächtig!“.

Das blaue Zimmer in Schloss Glienicke

Das blaue Zimmer in Schloss Glienicke

Das Gemälde von Achmed heißt vollständig Der Mohr Achmed mit englischen Neufundländern am Tor des Kronprinzenpalais und wurde 1823 von Constantin Schroeter gemalt. „Mohr“ war der damals gängige Begriff für Menschen afrikanischer Herkunft, wir möchten ihn wegen seinem abwertenden Charakter im Folgenden nicht mehr verwenden und schreiben stattdessen M. Das Gemälde von Achmed hängt gleich unter einem Bild von Prinz Carls Lieblingspferd Agathon – scheinbar zwei Dinge, die dem Prinzen Carl sehr am Herzen lagen. Wahrscheinlich handelt es sich um eine unbewusst unglückliche Nebeneinanderstellung seitens des Museums. Dass Schroeters Bild von Achmed mit dessen Namen betitelt ist, kennzeichnet einen Moment im 19. Jahrhundert, als einige wenige der preußischen Bediensteten afrikanischer Herkunft aus der Anonymität heraustraten, da ihnen wenigstens ein Name zugeordnet werden kann (im Gegensatz zu den Statuen oder Büsten von Schwarzen Menschen im Park Sanssouci). Derselbe Achmed wurde gleich auf mehreren Gemälden verewigt, er kann auch noch auf dem Gemälde Parade Unter den Linden in Berlin (1839) des Hofmalers Franz Krüger, das im Neuen Palais in Potsdam hängt, gesehen werden.

Herr Achmed von Glienicke

Herr Achmed von Glienicke

Auch wenn uns während unserer Schlossführung versichert wurde, dass Achmed für seine Dienste bezahlt wurde und es ihm sicherlich gut ging, da er andererseits einfach den Hof hätte verlassen können, gibt es reichliche Quellen die ein anderes Bild vermitteln. Joachim Zeller schreibt in dem Buch Black Berlin, dass die soziale Lebenssituation der Schwarzen Bevölkerung in und um Berlin im 19. Jahrhundert meist prekär war. Sie erlebten exotisierende Ausgrenzung und rassistisch motivierte Diskriminierung. Joachim Zeller zitiert unter anderem aus der Deutschen Kolonialzeitung von 1884, in der es heißt, dass „der M. des Prinzen Karl angestarrt wurde, wie ein Tier aus dem Fabelland“.

So ganz verliert Achmed seine Anonymität durch die Gemälde nicht. Viel mehr als sein Name oder diese beiden Bilder von ihm ist nämlich nicht dokumentiert. SchwarzRund hat diese Lücke für ihren Roman Biskaya genutzt. In ihrem Phantasieberlin entwirft sie eine Nachfahrin Achmeds und befreit sein Gemälde letztendlich aus dem Schloss Glienicke, damit er wenigstens heute nicht mehr länger von den größtenteils weißen Besucher_innen angestarrt werden muss.

Credits // Autorin: Anna von Rath, Fotos: Anna von Rath

 

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Druckfrisch: Broschüre zu Kolonialrassismus und Widerstand

In Kooperation mit Carpus e.V, der Initative Schwarze Menschen in Deutschland, Berlin Postkolonial, Leipzig Postkolonial, Dresden Postkolonial sowie der Schwarzen Diaspora Hochschulgruppe Uni Potsdam haben wir die Broschüre „Kolonialrassismus und WIderstand. Globales (Geschichts-)Lernen in Berlin, Dresden, Leipzig und Potsdam“ herausgebracht.

kolonialrassismus und widerstand

Hier könnt ihr die Broschüre runterladen: Broschüre Kolonialrassismus und Widerstand.

Die Broschüre erzählt die Geschichten von Orten, Gebäuden, Gemälden und Traditionen, die den Kolonialismus bis in die Gegenwart tragen, die koloniales Denken und Sehen im Heute fortschreiben. Beispielhaft für Potsdam findet sich in der Broschüre ein Beitrag über Blackfacing und das Gemälde „Babette Cochois“ von Antoine Pesne. In Potsdam hängen in der Gemäldegalerie, im Schloss Sanssouci und im Neuen Palais viele Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die häufig (wenn auch im Hintergrund) Schwarze Menschen zeigen. In der Zeit galt es als chic, Schwarze Menschen als Diner*innen bei Hofe zu haben. Genau in dieser Funktion tauchen sie auch oft in Gemälden auf (Dieser Beitrag ist von der Schwarzen Diaspora Hochschulgruppe der Uni Potsdam). Ein weiterer Beitrag thematisiert eine aktuellere Form des Blackfacing, nämlich die kontroverse Figur der Zwarten Pieten beim alljährlichen holländischen Sinterklaasfest in Potsdam.

Anlass für die Broschüre waren die entwicklungspolitischen Bildungstage 2017 in Berlin, Brandenburg und Sachsen. Gemeinsam hatten sich alle drei Bildungsprojekte auf das Schwerunktthema (Post-)Kolonialismus geeinigt. Als Fortbildungsmöglichkeit für die Bildungsreferent*innen hatte Carpus e.V. am 21. Februar 2017 gemeinsam mit uns und den anderen postkolonialen Inititativen aus Berlin, Dresden und Leipzig sowie mit der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) einen Fachtag organisiert. Die Vorträge des Fachtages wurden in der vorliegenden Broschüre aufgearbeitet.

 

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Forum zur Entschädigung für den Genozid in Namibia am 09.04.2017 um 11:05 und 20:05 im InfoRadio RBB

Am 20.03.2017 fand eine Podiumdiskussion im Zeughaus Kino des Deutschen Historischen Museums statt, zu den Fragen der Entschuldigung und der Entschädigung für den vom deutschen Kaiserreich angeführten Völkermord der Ovaherero und Nama zwischen 1904 und 1908. In Form eines Radio-Forums leitete Harald Asel vom RBB die Diskussion zwischen Ruprecht Polenz (CDU), dem Vertreter der Bundesregierung in den Verhandlungen mit der namibischen Regierung, Israel Kaunatjike, einem seit über 40 Jahren tätigen Herero-Aktivisten, der in Berlin lebt, und drei weißen Deutschen Wissenschaftler*innen die sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen: Reinhardt Kößler (Soziologe), Larissa Förster (Ethnologin) und Jonas Kreienbaum (Historiker).

Zum ersten Mal traf sich Ruprecht Polenz mit einem angehörigen der betroffenen Gemeinschaften  in Deutschland, nachdem er die Einladungen zur Diskussion während des letzten Besuchs der Herero und Nama in Berlin absagt hatte. Der CDU Politiker verkündete: “Dass die Entschuldigung erfolgen soll ist klar.” Der Konsens brach aber zur Frage der Entschädigung. Israel Kaunatjike machte bekannt, dass die Ovaherero und Nama keine “30 Milliarden” fordern, im Verweis zu der angekündigten Klage der namibischen Regierung. Stattdessen forderte Israel Kaunatjike, wie bereits durch die Resolution des Berliner Kongress der Ovaherero und Nama im Oktober verkündet, direkte Verhandlungen zu einer Landreform. Während der Kolonialzeit in Deutsch Südwest Afrika (1885-1914) konnten deutsche Siedler, Dank eines unfairen Kreditsystems, das Land und das Vieh von den heimischen Gemeinschaften in Besitz nehmen. Da diese die Hauptgründe für den Aufstand der Nama und dann der Ovaherero gegen das deutsche Kaiserreich waren, liegt die Rückgabe dieses Eigentums im Zentrum der Debatte, zumal im heutigen Namibia immer noch Nachfahren von deutschen Siedlern im Besitz dieser Gebiete sind.

Ruprecht Polenz bedauerte, dass die Ergebnisse der Verhandlungen nicht unter dem jetzigen Bundestag abgeliefert werden können. Während der Verhandlungen, die immer noch nur zwischen Namibia und Deutschland stattfinden, haben Vertreter*innen der Ovaherero und Nama in den Vereinigten Staaten im Januar Deutschland vor einem US Gericht verklagt. Eine zweite Gerichtssitzung wurde für den 21. Juni 2017 angekündigt. Solange keine Diskussion zwischen allen Akteur*innen (Bundesregierung, namibische Regierung, Vertreter*innen der Ovaherero und Nama, und Deutsch-Namibier*innen) erfolgt, kann der Prozess der Versöhnung vorraussichtlich nicht vollständig durchgeführt werden.

Die Diskussion wird am Sonntag 09.04.2017 um 11:05 und 20:05 im Inforadio RBB übertragen:
Ein erster Beitrag/Podcast wurde schon veröffentlicht

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Höchststrafe für Patrick Lemoine

I have repeatedly been amazed by the daring intelligence of Rowan Atkinson’s sketch “Drunk English in an Indian Restaurant.” Youtube comments below the most popular of several video uploads show that while some view his performing as an Indian waiter as racist and stereotyping, many instead argue that he is rather putting the ridicule on the imaginary drunk, vulgar and soccer-loving English guests he is waiting on. I was reminded of this witty and provocative wonder when I went to the Flic Flac Circus’s latest show Höchststrafe in Berlin. Comedian-juggler Patrick Lemoine also took on an Indian accent for comical purposes. But I didn’t laugh.

It all started well. The Flic Flac Circus can indeed boast of many mind-blowing acts. I have only praise in my pocket for the group of tightrope walkers, the motocross riders and the cool German wheel virtuoso Evgeny Nikolaev. And when Patrick Lemoine began juggling, I thought he was skilled. I juggle myself and have often found jugglers who try to beat the numbers a bit boringly mechanical. I have less fun watching someone throwing as many clubs, balls and hoops as he/she can, than someone instilling poetry and comedy in the movements of his/her two or three accessories. In a similar vein, Lemoine had chosen to impersonate an awkward flop who could only juggle with three balls, at the same time making fun of this himself by describing the poor tricks he pulled.

Yet, as soon as he laid his balls at rest, his performance began to crumble. After a silly, fremdschämender magic trick enabling Lemoine to slip a predictable, harmless joke on the Nazi salute, the lights went off for a second to let him put on a scarf on his head. A sound engineer pressed play, and Panjabi MC’s Mundian to Back Ke rang loud in the tent, while Lemoine’s character showed off his dancing skills, waving his hips, encouraged by the whistles and cheers coming from the German crowd. Edward Said must have been turning in his grave.

The orientalist show was just starting. After this problematic choreographic interlude, Lemoine went on with talking. In contrast to the cleverness of Atkinson’s character, whose amiability obliges him to acknowledge, tongue-in-cheek, the trickiness of a “deceptively flat” floor for boozed up Englishmen, Lemoine’s so-called “Indian” spoke unintelligibly in a simple English. He walked hectically to and fro, jabbering around under the punctuated laughs of the audience. I felt some pinches of unease at times in the crowd’s tone, but I might have been deceived. In the meantime, the cliché character had picked up a young first row spectator to accompany him on stage for his act. He greeted the youth with a frenzied shake of the hand, rhythmically modelled on a flood of syllables supposedly imitating an „Indian“ variety of English. The continuous blathering in that stereotyped accent got more and more annoying, especially when it forced the teenager to ask him to repeat himself, pathetically striving to create a comical effect on (intercultural?) misunderstandings. This is when I became aware of his lack of talent: Lemoine was actually wasting time on stage. After a few minutes of unrelated gags involving some prop assistants, the young guest rolled the drums while Lemoine’s foolish character attempted to force a teddy dog to jump through a hoop, reminding us that the Flic Flac Circus did not exploit animals for its profit purposes. He kicked the teddy’s butt to score it through the hoop. I would have gladly done the same with his.

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Some might ask: why do I bother? I usually flee from massive popular entertainment. Take that “oriental dinner show,” MADI – Zelt der Sinne. I have seen their advertisements a thousand times in the Berlin U-Bahn and can already foresee how my own academic postcolonial background will ruin my dish if I ever eat there. What is then the point of writing about Lemoine’s performance in Flic Flac?

Well, the show Höchststrafe is an overwhelming success. Until its departure from Berlin on 29th February, it will probably have been seen by over 100,000 visitors, some of them coming from Brandenburg as well. The rest of the performances were breathtaking, I recognize that. At the same time, I consider Lemoine’s act as harmful. First, it could be insulting for some of its audience. Secondly, it fuels false stereotypes about people from India and Pakistan. Many children have seen Höchststrafe. What do they learn from such clowning? A Eurocentric cliché. Thirdly, if Lemoine had impersonated another dim-witted character, say supposedly from the African continent or from East Asia, the Flic Flac board would have perhaps denied him the stage. The presence of this show on a best-selling stage implies one can publicly mock people from the Indian subcontinent with impunity.

Lemoine was once awarded the “ZDF International Artist Prize.” These credentials will surely help him integrate other shows whenever his contract with Flic Flac comes to an end. I hope he will stick to juggling in the future. On a more positive note, we can surely rejoice in the apparent lack of wit that arose from his act. But because of its participation in shaping public consciousness on a large scale, it is important to condemn it. Patrick Lemoine’s starters were not bad. Then, he fell flat, and remained a (ob)noxious chump for the rest of his performance.

Credits // Yann Le Gall
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„I wish for an Achmed Street in Potsdam“

An Interview with SchwarzRund

Who are you?schwarzrund

I am SchwarzRund. By now, it has become my official pen name. First it was the name of my blog, but now I publish everything, artistic or academic, under that name.

I am a Black Dominican in Germany with both passports and I work in various fields. Storytelling and poetry/performance texts are the heart of my work. But painting, writing and online ranting are very important to me as well – for my activism and for me personally.

What do you do in your everyday life?

Actually, I deal with power dynamics 24/7. In the past, my focus was on deficiencies (which I still find important and great), but by now I try to look at the beauty and uniqueness which develops as a consequence of the pain of oppression. To find, search for and create resistance in art is what interests me at university, in my journalistic work, in my blog and in my novel. Christiane Hutson’s term multidimensional vulnerability influenced this change a lot. I want to explain and teach less, instead I want toobserve and celebrate more.

You wrote an Afropolitan Berlin novel titled Biskaya. What is it about?

It is the story of the 35-year-old musician Tue, she is a Black German and lives in Berlin. She lives in a queer flat share, in which a suicide happens. It leads her into a crisis and she ends up in a psychiatry. This experience, as well as new insights into her own diaspora and family history change her goals. Tue begins to search for new terms for her art. She experiences and survives the difficulties a Black person has to face in a predominantly white country. The novel is about revolution, resistance, the music business, queer communities, and passionate love for sweet potatoes.

Why do you call the novel Afropolitan?

It could just as well be called queer, neuro-diverse, crazy, diasporic or Black. These are all main themes of the novel. In the end, I decided to call it Afropolitan, because my own Afropolitan perspective includes all of this. Thus, it is my Afropolitanism. *laughs*

The novel is mainly set in Berlin, it refers to a fictive Black European island called Biskaya and its capital city Amo (a reference to Anton Wilhelm Amo). Potsdam also plays an important role…

What is the role of Potsdam in your novel?

One crucial scene of the novel is set in Potsdam. I don’t want to spoil too much here…

One question that accompanies Tue is where her Blackness comes from. At one point, she learns that she is related to Achmed. Achmed is a real person, he was the first Black German whose name and portrayals we know. He was displaced – just as many other People of Color serving at court – by order of Prince Carl Alexander of Prussia. Whether Achmed is the name his parents gave him is unknown, but it is known that he lived in Schloss Glienicke, the castle by the lake Griebnitzsee in Potsdam. Among the golden lions and other relics that the Prince brought home from his travels to other cultures, Achmed was just another exoticized ‘souvenir’. Until today, the most human picture of him can be found in the castle. Until today it costs quite a lot of money to see this representation of Achmed. This is a continuity that affects me – in a negative way. Therefore, two of the protagonists in my book decide to help Achmed – they have the courage that I lack. *laughs*

Potsdam and the culture of forcefully displacing Black people is a symbol for the rootlessness caused by white people until today. There are many Black children in Germany who don’t know from where they have been adopted. This happens either because adoption agencies don’t pass on any or only rough information about their backgrounds or because the parents (natural or adoptive) don’t want to pass on that information. On a higher level, this phenomenon could stand for the Gate Islands on which it wasn’t clear where the slaves came from, islands like the Dominican Republic or Porto Verde. It is a diaspora that has to build its own identity from remaining fragments, colonial images produced by the white environment and little hints from the past because the white society ties them to the ‘other’ by excluding them.

Potsdam is also a very suitable place because I experienced the worst racism of my adult life there. I do not only disapprove of Potsdam’s glorification of the Prussian times from an urban planning perspective, artistic or leftist beliefs, but first and foremost from a Black perspective.

What do you wish for the future of our society?

I wish for an Achmed Street in Potsdam, instead of the rebuilding of yet another, horrifying monument of past white rule. Instead of a May Ayim Shore, I would wish for a whole May Ayim Avenue and the reflection of Black history in school and university books. I wish for policies that acknowledge colonial liabilities and appropriate reparations. I wish for curricula at universities which hold lecturers accountable to keep pace with the times and to question every scientific presupposition.

Only with recognition for the normal(izing) racism of the now, will reparations become possible, as well as a rectification of the so-called development aid structures which still provide less for the countries in question than they take out of them.

A decolonial aspiration ultimately entails an anti-capitalist, anti-sexist, queer and ableism-critical perspective because all of those structures support each other to maintain power and domination.

Credits // Interviewee: SchwarzRund; Interviewer: Anna von Rath. Photo: Ina Müller aus der Reihe PLUS
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